Die Geschichte von Cannabis in Afghanistan
Zoroastrismus
Die Geschichte von Cannabis in Afghanistan beginnt im persischen Reich, das auch das heutige Iran, Ägypten, die Türkei und Teile von Pakistan und Afghanistan umfasste. Die Zoroastrische Religion, gegründet von Zoroaster (Zarathustra), war die dominierende Glaubensrichtung, bevor der Islam das Gebiet übernahm. Zoroastrische Priester nutzten Cannabis in ihren Ritualen und betonten in ihren Hymnen die Bedeutung der “heiligen Pflanze.”
Die islamische Ära
Im 13. Jahrhundert, während der islamischen Ära, nahm der Konsum von Haschisch zu. Der persische Sufi-Heilige Sheikah Haydar spielte eine entscheidende Rolle in der Popularisierung von Cannabis. Als Anhänger des Sufismus entdeckte er die Pflanze und begann, sie regelmäßig zu konsumieren. Er lobte Cannabis als göttliche Gnade und verbreitete den Konsum, der später in Ländern wie Syrien, Ägypten und im Irak verbreitet wurde.
Trotz der modernen Erkenntnis, dass Cannabis ursprünglich aus Tibet stammen könnte, wird angenommen, dass Afghanistan eine der ersten Kulturen war, die Cannabis aktiv anbaute und in ihre Tradition integrierte.
Afghanisches Cannabis: Eine wertvolle Ressource
Im 20. Jahrhundert begann der russische Botaniker Nikolai Wawilow, die Cannabispflanzen Afghanistans zu untersuchen. Dabei identifizierte er Unterarten wie Afghanica und Kafirirstanica. Während frühe Anbauarten Sativa-Varianten waren, begannen Mitte des 20. Jahrhunderts auch Indica-Pflanzen in Afghanistan zu gedeihen, was zu einer Hybridisierung führte. Afghanisches Cannabis wird noch immer als eines der besten weltweit angesehen.
Traditionelle Haschischproduktion in Afghanistan
Seit Jahrhunderten wird in Afghanistan Haschisch produziert. Traditionell ernten die Bauern die getrockneten Blüten und Blätter, um Garda zu gewinnen, ein trichomreiches Pulver. Das Garda wird dann an Haschischhersteller verkauft, die es mit ihren Händen erhitzen und zu klebrigen Haschischkugeln verarbeiten. Diese zeitaufwändige Methode erklärt den hohen Preis des Produkts.
Afghan Bio Cannabis: Ein Hotspot der Biodiversität
Afghanistans Jahrzehnte der Isolation haben eine reiche Vielfalt an Cannabis-Sorten bewahrt. Traditionelle Bauern setzen beim Anbau eher auf Samen aus den Vorjahren, was zu einer bemerkenswerten biologischen Vielfalt führt. Diese Vielfalt macht Afghanistans Cannabis einzigartig, mit unterschiedlichen Blättern, Farben und Aromen, die die kulturelle Tradition des Landes widerspiegeln.
Herausforderungen und die Zukunft
Trotz der historischen Bedeutung des Cannabis in Afghanistan, ist das Land heute auch stark vom Anbau von Mohnpflanzen für die Opiumproduktion abhängig. Jahrzehntelange Konflikte haben die Wirtschaft des Landes destabilisiert und den Fokus auf weniger profitable, aber gefährlichere Anbaumethoden verlagert. Dennoch bleibt Cannabis ein wichtiger Teil der Kultur und Wirtschaft, auch wenn die Zukunft von seiner Rolle ungewiss ist.